Trotzdem gestärkt aus der Saison rausgehen

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Wild Lions trauern verpasstem Bayernliga-Aufstieg nach


Eine Woche nach dem Saisonende ist man beim ERSC Amberg dabei, die abgelaufene Spielzeit aufzuarbeiten. Dabei machen die Verantwortlichen keinen Hehl daraus, dass nach dem souveränen Gruppensieg in der Landesliga, der verpasste Bayernliga-Aufstieg eine Ernüchterung gewesen sei. Der Blick geht aber auch schon nach vorne.

„Es kann nicht so falsch gewesen sein, was wir gemacht haben“, meinte Mustafa Sugle auf einem Fan-Stammtisch in der vollbesetzten Eisstadion-Gaststätte. Der ERSC-Vorsitzende räumte ein, dass wegen der überragenden Vorrunde die Erwartungen allgemein gestiegen waren: „Der Aufstieg war gewünscht und der Verein wäre für diesen Schritt bereit gewesen. Wir könnten Bayernliga und da sollten wir auch hin“, ist Sugle überzeugt. Man müsse aus eigenen Fehlern lernen und diese abstellen: „Wir wollen trotzdem gestärkt aus dieser Saison rausgehen“.
Auch Trainer Dirk Salinger war vor Ort und nannte Gründe: „Wir hatten eine gute Mannschaft mit unheimlich viel Talent in der Vorwärtsbewegung, kamen deshalb in der Landesliga nie richtig unter Druck. Die Bayernligisten aus dem unteren Tabellendrittel waren dagegen gewohnt, auf hohem Niveau defensiv spielen zu müssen – das war schon ein grundlegender Unterschied“, so der Coach. Man wurde in der Aufstiegsrunde oft „mit ganz einfachen Mitteln geschlagen“, weil man zu offensiv orientiert war. Salinger brachte hier einen Aspekt ins Gespräch: „Ab Dezember konnten wir insgesamt nur zweimal Überzahl- oder Defensivsituationen trainieren, weil Spieler beruflich oder aus gesundheitlichen Gründen fehlten“. Dies könne nach Meinung des Löwen-Trainers auch eine technisch so starke Mannschaft nicht kompensieren.
Zustimmung erhielt Salinger dafür vom Vorstand, der zwei Übungseinheiten pro Woche – erst Recht wegen der genannten Ausfälle – als nicht ausreichend bezeichnete: „In Pfaffenhofen, das wir in der Landesliga hinter uns gelassen haben, das aber überzeugend aufgestiegen ist, wurde drei- bis viermal trainiert“, informierte Sugle.

Aber nach der Saison ist vor der Saison. Die Vorbereitungen auf die kommende Spielzeit laufen bereits und es steht ein Umbruch im Kader bevor. Zum derzeitigen Stand werden Matti Swadzba, der am Knie verletzte Florian Wrobel und Kapitän Dan Heilman nicht mehr dabei sein, andere werden vermutlich noch folgen. Sugle prophezeit einen gewissen Verjüngungsprozess, aber mit Maß und Ziel, denn Erfahrung sei sehr wichtig. Das sieht auch Chris Spanger so: „Wir wollen mindestens so stark wie heuer sein, uns punktuell noch steigern“, stellt der sportliche Leiter in Aussicht. Verstärkungen im möglichen Rahmen werde es sicher geben. Ein offener Punkt sei dabei, wie Verband und Konkurrenz im Sommer mit der Ausländerregelung verfahren werden, auch wenn Spanger das nicht so entscheidend sieht: „Wir hatten heuer auch etliche einheimische Jungs, die stärker als so mancher Kontingentspieler in anderen Mannschaften waren“.
Passend zu diesem Thema konnte der Verbleib von Top-Verteidiger Kevin Schmitt bekanntgegeben werden, ein „Herzenswunsch“ für Mustafa Sugle, weil Schmitt als echter Amberger eine Identifikationsfigur darstellt. Der Abwehrspieler zeigte Selbstkritik: „Wir müssen ehrlich sein, dass wir in der Aufstiegsrunde nicht alles abgerufen haben“. Er freue sich aber sehr, weiter für den ERSC spielen zu können und gibt die Devise für die nahe Zukunft aus: „Eishockey-Bayernliga für Amberg muss sein“. (apg)

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